Erfahrungsbericht Smart Pedelec 2014

Nach zwei Jahren Elektroroller fahren, war ich mal wieder auf der Suche nach einer neuen, innovativen Art der Fortbewegung. Es sollte ein Fahrzeug sein, mit dem man leicht durch jeden Stau kommt. Ein Fahrzeug dessen Akku man ohne Probleme und ohne großes Aufsehen auch mal schnell an jeder handelsüblichen 220V Steckdose nachladen kann. Eins mit dem man auch noch fahren kann wenn der Akku dann doch mal leer gefahren wurde und eins mit dem man sich auch sportlich betätigen kann. Die laufenden Kosten sollten sich außerdem in Grenzen halten. Entschieden habe ich mich für das Smart Pedelec 2014 von Daimler.

 

Ich finde das Design des Smart Pedelec einfach nur grandios. Der Akku sitzt nicht wie bei den meisten anderen eBikes und Pedelecs auf dem Rahmen oder unter dem Gepäckträger sondern ist absolut perfekt in den Rahmen integriert. Daimler setzt bei seinem Smart Pedelec auf die bewehrte BionX-Technik, die aus den drei Baugruppen Elektromotor, Akku und Steuer-Bedieneinheit besteht. Die bei Dunkelheit blau beleuchtete und wasserdichte Bedieneinheit lässt sich mit einem leichten Druck auf die Entriegelung nach unten wegschieben und entfernen. Setzt man die Steuerung ein und betätigt den Powerbutton, findet man sich im normalen Fahrradmodus wieder und die LED-Beleuchtung wird eingeschaltet. Die Leistung der Motorunterstützung lässt sich in vier Stufen einstellen. In der höchsten Unterstützungsstufe steuert der Motor 300% zur selbst aufgebrachten Kraft bei. Wenn es mal bergab geht oder man sich so richtig auspowern will, kann man eine der vier Generatorstufen einstellen, in denen der Elektromotor  als Generator genutzt und die erzeugte Energie zurück in den Akku eingespeist wird.

Smart Pedelec

Im Internet habe ich viel über die schlechte Ausleuchtung der Strasse direkt vor dem Pedelec oder die gefährliche Bedienung der Steuereinheit während der Fahrt gelesen, da man dabei immer eine Hand vom Lenker nehmen musste. Daimler hört seinen Käufern offensichtlich zu und hat beim Smart Pedelec 2014 diese Dinge sehr zufriedenstellend gelöst. Die Ausleuchtung der Strasse ist nun auch direkt vor dem Pedelec mehr als ausreichend. Das Bedienteil lässt sich nun über eine Fernbedienung, die am linken Griff befestigt ist und sich ganz leicht und ohne Verrenkungen mit dem Daumen über 3 Buttons bedienen lässt, steuern. Die Bedienung ist auch mit der Fernbedienung äußerst intuitiv zu bedienen. Es gibt lediglich zwei Knöpfe zum umschalten der Unterstützungs- und Generatorstufen und einen Button zum umschalten zwischen den einzelnen Displayanzeigen.

 

Cockpit und Bedienteil

Das Bedienteil wird oben auf dem Cockpit eingeklipst und lässt sich genauso einfach mit leichtem Druck auf den Halteklip wieder entfernen. Das ist wichtig da man das Bedienteil sowieso jedes Mal wenn man das Pedelec irgendwo abstellt mitnehmen sollte, denn das wäre sicher das erste Teil was fehlen dürfte wenn man zurück kommt. Das Cockpit verfügt an der Unterseite über einen USB Anschluss an dem sich z.B. ein Smartphone anschließen und mit Strom versorgen lässt.  Das ist äußerst praktisch wenn man die Smartphonehalterung dazu bestellt hat und man sein Smartphone als Navigationssystem nutzt.

Smart Pedelec - Fernbedienung Smart Pedelec - Bedienteil

Das Bedienteil ist sehr übersichtlich gestaltet und man kommt sofort und auch ohne vorher die Bedienungsanleitung gelesen zu haben damit zurecht. Beim einschalten des Bedienteils befindet man sich im normalen Fahrradmodus, in dem der Motor des Pedelec weder unterstützt noch als Generator fungiert. Man benutzt das Pedelec also wie ein normales Fahrrad. Ein kurzer Klick auf die obere linke Taste schaltet das Bedienteil ein oder aus. Drückt man bei eingeschaltetem Bedienteil länger auf diesen Knopf, lässt sich die LED-Beleuchtung des Pedelec ein- bzw. ausschalten. Die linke, untere Taste nutzt man zum umschalten der Anzeige zwischen Tageskilometerstand, Gesamtkilometerstand, Durchschnittsgeschwindigkeit, Uhrzeit und der vergangenen Zeit seit dem einschalten des Bedienteils.  Mit den beiden Tasten auf der rechten Seite des Bedienteils wählt man die gewünschte Unterstützungs- oder Rekuperationsstufe (Generator, Energierückgewinnung).

Smart Pedelec - USB-Anschluss

 

Der Motor

Das Smart Pedelec verfügt über einen leistungsstarken, bürstenlosen, 250W BionX Hinterradnaben-Elektromotor mit einem maximalen Drehmoment von 35Nm. Er verfügt über jeweils vier Generator und vier Unterstützungsstufen. Die Kraft des Motors wird über den Carbon Zahnriemen auf das Hinterrad übertragen. Dieser soll besonders wartungsarm, sauber und langlebig sein.

Smart Pedelec - Elektromotor Smart Pedelec - Zahnriemenantrieb

 

Der Akku

Der entnehmbare Lithium-Ionen Akku verfügt über eine Kapazität von 423 Wh nominal und eine Spannung von 48V. Er hat ein Gewicht von 3,3Kg. Je nach Gewicht des Fahrers, der Topographie und der gewählten Unterstützungs- und Generatorstufen reicht der Akku für eine Entfernung von bis zu 100km.  Die Ladezeit von 0% bis 100% beträgt 5 Stunden. Der Akku lässt sich über das mitgelieferte Netzteil, das die Größe und das Aussehen eines normalen Laptop Netzteils hat, im ausgebauten wie im eingebauten Zustand laden. Daimler gibt eine Ladezyklenzahl von 500 an. Das bedeutet, dass der Akku nach 500 mal vollständigem Ent- und wieder vollständigem aufladen noch über eine Restkapazität von 80% verfügt. Aus Erfahrung mit meinem Elektroroller kann ich sagen dass diese Werte absolut realistisch sind. Nach zwei Jahren und 11.000 gefahrenen km scheint die Leistung des Akkus meines Elektrorollers absolut nicht nachgelassen zu haben.

Auch beim Akku hat sich Daimler etwas besonderes einfallen lassen. Streicht man nämlich mit dem Finger über die Ladebuchse am Akku dann wird diese je nach Ladezustand rot, orange oder grün beleuchtet, wobei rot für eine Akku-Kapazität von unter 25% und grün für einen voll aufgeladenen Akku steht.

Smart Pedelec - Akkuverriegelung Smart Pedelec - Akku

 

Bremsen

Die Vorderradbremse MT4 von Magura ist eine hydraulische Scheibenbremse mit einem Durchmesser von 180mm und verfügt über eine Rekuperationsfunktion. Bei Betätigung der Vorderradbremse wird der Motor als Generator benutzt und die erzeugte Energie zurück in den Akku gespeist. Der Motor übernimmt also die Funktion eines großen Dynamos um Energie zurück zu gewinnen.

Die Hinterradbremse  MT4 ist wie die Vorderradbremse eine hydraulische Scheibenbremse von Magura.

Smart Pedelec - Bremshebel Smart Pedelec - Scheibenbremse

 

Federung

Das Smart Pedelec wird standardmäßig mit einer starren Gabel geliefert. Als ich mich für dieses Pedelec entschied kalkulierte ich schon ein dass ich das Rad nur im Stadtverkehr nutzen und ich dieses nicht wie ein Mountainbike auf Feld- und Waldwegen fahren würde. Leider musste ich die Erfahrung machen, dass Münchens Radwege stellenweise in einem so schlechten Zustand sind dass man das Gefühl hat auf einem Feldweg unterwegs zu sein. Mit meinem voll gefederten Mountainbike sind mir diese schlechten Strassenverhältnisse vorher nie so gravierend aufgefallen. Wenn Sie am Abend nach getaner Arbeit total müde mit dem Pedelec nach Hause radeln dann fahren Sie doch die ersten Meter mal über Kopfsteinpflaster. Sie werden sehen, das Pedelec schüttelt die Müdigkeit schlagartig aus Ihrem Körper und Sie kommen hellwach zu Hause an. ;-) Daimler hat auch hier auf die Wünsche der Käufer reagiert und bringt nun eine gefederte Gabel als Zubehörteil auf den Markt. Nun muss jeder für sich selbst entscheiden ob ihm die starre Gabel genügt oder er vielleicht doch zur gefederten Gabel greift.

 

Schaltung

Die Schaltung des Smart Pedelec ist recht einfach gehalten und verfügt lediglich über drei Gänge. Bei der Schaltung handelt es sich um eine integrierte 3-Gang SRAM I-Motion 3 – Nabenschaltung. Zuerst dachte ich dass dies, gerade im Vergleich zu anderen Pedelecs doch sehr wenig wäre. Wie ich jedoch feststellen musste ist dies doch mehr als ausreichend, da man mit dem Pedelec sowieso kaum mehr als 30km/h fahren wird. Den ersten Gang habe ich bis jetzt noch nicht gebraucht. Ich denke dieser wird nur nützlich sein wenn man an einem sehr steilen Berg anfahren will oder man sehr unsportlich ist. Da ich ein schneller Fahrer bin und die meiste Zeit mit ca. 27km/h dahin gleite, nutze ich meist nur den dritten Gang und ich hatte noch nie das Gefühl dass ein weiterer Gang schön wäre.

Smart Pedelec - Schaltung

 

Fazit

Daimler hat hier wirklich eine tolle Arbeit geleistet und sich viele Gedanken zu Design und Funktionalität gemacht. Das Pedelec ist für die Stadt gemacht und dort sollte man es auch nutzen. Wer es zweckentfremdet auch auf Feld und Waldwegen nutzen will der hat die Möglichkeit das Fahrverhalten durch eine nachrüstbare Federgabel zu optimieren.

Des Weiteren bietet Daimler eine breite Palette an Zubehörteilen wie einen höheren Lenker, eine gekröpfte Sattelstange, eine Halterung für Smartphones zwischen 3,5″ und 4,3″ einen Gepäckträger mit den passenden Satteltaschen und einigem mehr.

Alles in Allem muss ich sagen dass ich mehr als überzeugt vom Konzept des Pedelec und von der Umsetzung des Smart Pedelec durch Daimler bin. Mit diesem Fahrzeug überwinde ich auch am Morgen um 04:30 Uhr, wenn ich zur Arbeit fahren muss, den Schweinehund und nutze das Bike anstatt dem Auto oder dem Elektroroller. Man kommt entspannt und nicht schweißgebadet am Ziel an und hat trotzdem noch etwas für die Gesundheit und die Umwelt getan.

Über Enrico S.

Programmierer, Webdesigner, Grafiker, Blogger, Screencaster, Arduino- und eMobility Enthusiast. nefilim3006 ist auch bei Google+ vertreten

3 Kommentare zu “Erfahrungsbericht Smart Pedelec 2014

  1. Hallo Herr Sadlowski,

    wir freuen uns, dass Sie so viel Freude an Ihrem neuen Smart Ebike haben.
    Wir selbst haben das Smart Ebike auch getestet und hatten sehr viel spaß daran.

    Da wir das Smart Ebike in Zukunft etwas stärker bewerben möchten würden wir ganz gerne Ihren Testbericht dazu verlinken.

    Viele Grüße

    Team bike-angebot

    • Sehr gern können Sie meinen Beitrag auf ihrer Website verlinken.
      Vielen Dank noch mal für die, mir kostenlos zur Verfügung gestellte, Smartphone Halterung.

  2. Pingback: Stromtankstellen finden