Linux auf dem ODROID installieren

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen die wichtigsten Schritte wie man Linux auf dem ODROID installieren kann. Vom Download, über das entpacken und flashen einer neuen Linux Distribution für den ODROID auf einen Datenträger wie SD-Karte, eMMC-Karte oder einen USB-Stick, bis hin zum Zugriff auf den ODROID über das lokale Netzwerk oder über das Internet per SSH wird alles genau erklärt. Ich habe mich für die Server-Version Linaro Linux 13.05 entschieden da ich keine grafische Oberfläche benötige und der SSH Zugang dank installiertem openSSL out of the box funktioniert.

Inhaltsverzeichnis

  1. Linux für ODROID herunterladen
  2. Linux entpacken
  3. Linux auf Datenträger brennen
  4. Größe der Root Partition maximieren
  5. Lokaler Zugriff auf den ODROID per SSH
  6. Einrichten eines no-ip Kontos (DynDNS)
  7. DynDNS im Router eingeben
  8. Ports im Router freigeben
  9. Zugriff über das Internet auf den ODROID per SSH

 

Für dieses Beispiel nutze ich folgende Hardware.

  • ODROID-U3 Community Edition
  • Fritz!Box 7270

ODROID-U3 topview


Linux für ODROID herunterladen

Es gibt im Internet einige gute Downloadseiten wo Sie die neuesten, teils offiziellen Downloads für diverse ODROID Geräte finden. Neben der offiziellen Seite com.odroid.com von Hardkernel, ist die Seite http://odroid.in aufgrund der größeren Auswahl unterschiedlicher Linux Distributionen mein absoluter Favorit.

Für dieses Beispiel werde ich wie bereits erwähnt Server-Version Linaro Linux 13.05 bei http://odroid.in/ herunterladen, den direkten Link zum Download finden Sie unter diesem Link.

com.odroid.com http://odroid.in

Linux entpacken

Wenn Sie die Datei erfolgreich heruntergeladen haben, geht es an’s entpacken.
Öffnen Sie dazu am besten ein Terminal und wechseln Sie in den Download-Ordner in dem sich die zuvor herunter geladene Datei befindet.

Geben Sie anschließend folgenden Befehl ein.
gunzip linaro_ubuntu_13.05_server_U2.img.xz

Nach dem entpacken sollte sich die Image-Datei linaro_ubuntu_13.05_server_U2.img im Download-Ordner befinden.

Linux auf Datenträger brennen

Windows
Unter Windows nehmen Sie das Tool „Win32 Disk Imager for ODROID“.

Mit diesem Tool können Sie ganz einfach Images auf USB Stick, SD- oder eMMC Karten brennen, indem Sie die Image-Datei und anschließend den Laufwerksbuchstaben des Ziellaufwerkes auswählen.
Um den Flashvorgang zu starten drücken Sie auf den Button „Write“.

Der Datenträger muss nicht vorher besonders partitioniert werden da der Disk Imager automatisch die nötigen Partition anlegt. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie sich die Karte nach dem Flash Vorgang im Explorer anschauen und Sie nur eine Boot Partition vorfinden. Diese Partition ist für Sie unter Windows sichtbar weil diese mit FAT formatiert wurde. Es wurde noch eine Root Partition erzeugt, die die eigentlichen Daten des Betriebssystems enthält. Um den Inhalt der Root Partition zu sehen, könnten Sie das Laufwerk an einem Linux Rechner anschließen.

Mac OS oder Linux
Unter Mac OS oder Linux können Sie mit folgendem Befehl das Image auf die SD Karte brennen.
Ich selber habe nach mehreren Versuchen dann doch die Windows Version bevorzugt da ich dort einen genauen Überblick über den Fortschritt des Brennvorgangs habe, was mir bei dieser Version fehlt.

dd if=linaro_ubuntu_13.05_server_U2.img of=/dev/[sdX or mmcblkX]

Größe der Root Partition maximieren

Da das Root-Verzeichnis nicht die volle Größe hat und so einige GB an ungenutztem Speicherplatz verloren gehen würden, habe ich meinen Rechner von einer Linux CD gebootet und anschließend mit dem Programm GPARTED die Größe der root Partition maximiert.

Erster Zugriff auf den ODROID

Nun können Sie die SD- oder eMMC-Karte in Ihren ODROID stecken und diesen starten.

Da es mir zu mühselig ist, mich vor den Fernseher zu setzen und mit Tastatur und Maus herumzuwerkeln, werde ich sämtliche Installationen und Konfigurationen über ein Terminal von meinem Mac aus vornehmen. Sie brauchen natürlich keinen Mac für diese Arbeiten. Sie können mit den verschiedensten Geräten wie Windows Rechner, Smartphone oder Tablet PC eine SSH Verbindung zu einem Gerät in Ihrem Netzwerk herstellen.

Lokaler Zugriff auf den ODROID per SSH

Um sich per SSH mit dem ODROID verbinden zu können, benötigen wir als erstes mal den Usernamen, das Passwort und die lokale IP oder den Hostnamen des ODROID.
Username und Passwort sind bei der Linux Distribution, die wir zuvor heruntergeladen haben, standardmäßig auf „odroid“ voreingestellt.

Um an die lokale IP des ODROID zu gelangen, rufe ich erneut das Webinterface meines Routers auf.
In der linken Navigation klicke ich auf „Heimnetz -> Netzwerk“.
In der Liste rechts klicken Sie nun auf das Bearbeiten-Symbol hinter dem Eintrag odroid-server.

Fritzbox 7202 - Details odroid-server

Mein Odroid wird mit dem Hostnamen „odroid-server“ und der lokalen IP „192.168.178.20“ angezeigt.

Um sich nun in einem Terminal per SSH mit dem Odroid zu verbinden, sollten wir zu diesem Zeitpunkt noch im selben Netzwerk wie der Odroid sein.

Geben Sie folgenden Befehl ein um eine Verbindung herzustellen.

ssh odroid@odroid-server oder
ssh odroid@192.168.178.20 (zuvor ermittelte IP des ODROID)

Alle weiteren Schritte sind nur nötig wenn Sie auch über das Internet auf Ihren Webserver zugreifen wollen.

Einrichten eines no-ip Kontos (DynDNS)

Da ich auch über das Internet auf meinen Odroid zugreifen möchte, habe ich mir einen Account bei no-ip.com angelegt. Dazu habe ich die Seite http://www.noip.com/ aufgerufen und mich oben rechts erst mal registriert. Wenn das erledigt ist, können Sie sich auf der Seite anmelden und einen neuen Host anlegen. Geben Sie dazu einen Hostnamen ein und wählen Sie eine Domain die Ihnen gefällt.
Ich habe den Hostnamen „profwebapps“ und die Domain „no-ip.org“ gewählt. Host Type lassen wir auf DNS Host(A) voreingestellt.
Bei IP Adresse geben Sie die IP-Adresse Ihres Routers ein. Ich bin mir allerdings nicht sicher ob man diese IP überhaupt eingeben muss da der Router später sowieso selbstständig diese IP setzt.

no-ip Add a Host no-ip - update host

Die IP Ihres Routers ändert sich immer dann, wenn Sie Ihren Router neu starten oder wenn Ihr Provider eine Zwangstrennung durchführt, was bei den meisten Providern wohl alle 24 Stunden der Fall ist. Damit diese IP nun immer aktuell gehalten wird und der Odroid immer erreichbar bleibt, können Sie entweder das Tool „Dynamic Update Client“ von der no-ip.com-Seite herunterladen oder in Ihrem Router die Zugangsdaten zu no-ip speichern. Ich habe den zweiten Weg gewählt.

DynDNS im Router eingeben

Klicken Sie also in der Weboberfläche der FritzBox in der linken Navigation auf „Internet -> Freigaben“ und im rechten Fenster oben auf „Dynamic DNS“.
Machen Sie im nächsten Fenster einen Haken bei „Dynamic DNS benutzen“ und geben Sie unten Ihre no-ip Zugangsdaten ein.
Wenn Sie die Daten übernehmen und immer dann wenn der Provider zwangstrennt oder der Router neu gestartet wird, wird nun die neue IP Ihres Routers zu no-ip gesendet.

Fritzbox 7270 - DynDNS

Ports im Router freigeben

Um per SSH auf den Odroid zugreifen zu können, müssen wir als erstes den Port 22 (SSH) im Router freigeben.
Wenn Sie einmal dabei sind können Sie auch gleich die Ports 80 (HTTP) und Port 443 (HTTPS) freigeben da wir diese in einem nächsten Beitrag benötigen.
Ich erkläre das weitere Vorgehen anhand einer Fritz!Box 7270. Die Schritte sollten sich aber auf den meisten anderen Routern auch nachvollziehen lassen.

Fritzbox 7270 - Geräte Fritzbox 7270 - Portfreigaben

Klicken Sie also in der Weboberfläche des Routers auf „Internet -> Freigaben -> neue Portfreigabe“

Hier meine Einstellungen für SSH

  • Portfreigabe aktiv für „Andere Anwendung“
  • Bezeichnung: SSH
  • Protokoll: TCP
  • Von Port: 22
  • bis Port: 22
  • An Computer: odroid-server
  • An IP-Adresse: IP des odroid-servers
  • An Port: 22

Zugriff über das Internet auf den ODROID per SSH

Sie können Ihren ODROID nun mit folgendem Befehl über das Internet erreichen.

ssh odroid@profwebapps.no-ip.org


Raspberry Pi

Jetzt wissen Sie wie man Linux auf dem ODROID installiert und einrichtet und wie man lokal und über das Internet seinen ODROID administrieren kann. Im nächsten Artikel erfahren Sie, wie man sich seinen eigenen LAMP Webserver (Linux, Apache, MySQL und PHP) auf seinem ODROID installiert und wie man die Kommunikation zwischen Client und Server per HTTPS (SSL) verschlüsselt übertragen kann.

Weiter zu Teil 2

Über Enrico S.

Programmierer, Webdesigner, Grafiker, Blogger, Screencaster, Arduino- und eMobility Enthusiast. nefilim3006 ist auch bei Google+ vertreten

6 Kommentare zu “Linux auf dem ODROID installieren

  1. Pingback: Webserver auf dem ODROID installieren | Fluuux - TechBlog

  2. Hallo Enrico,

    hast du irgendwelche Erfahrungen mit den Debian-Ports von ordroid.in gemacht?

    Grüße

    Hans

  3. Hallo Enrico, ich habe auch seit kurzem einen U3 und bin begeistert von der Geschwindigkeit.

    Was mich wundert, ein „sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade“ sagt mir immer, das alle Paktete aktuell sind. Ich habe bis jetzt noch nie ein Update fahren können, was mich beim dem Aktualisierungszyklus wundert. Ich benutze „ubuntu-14.04lts-server-odroid-u-20140604.img“ als Image. Ist das Verhalten normal, bin da skeptisch?

    Was ist der der Unterschied zu deiner 13.05 Version?

    Wenn ich einen neuen User anlege, dann habe ich zwar einen Loginprompt, aber keine Autovervollständigung. Kannst du da weiterhelfen?

    • Wie oft die Pakete gepflegt werden und updates zur Verfügung gestellt werden weiß ich nicht. Da solltest Du dich direkt an die ODROID Community wenden.
      Fragen zu Linux, zum anlegen eines Users usw findest Du bei Google tausendfach.