ODROID – winzig, günstig, schnell

Auf der Suche nach einem kleinen, leisen, leistungsstarken und stromsparenden Rechner für’s Wohnzimmer, den ich als Server für meine eigene Cloud nutzen wollte, bin ich auf ODROID, den Einplatinen-Rechner von Hardkernel gestoßen. Nach einiger Recherche welcher der verschiedenen Rechner wohl der geeignetste für meine Bedürfnisse wäre, habe ich mich letztendlich für den ODROID-U3 Community Edition entschieden, der seit dem 14. Januar 2014 ausgeliefert wird.

ODROID-U3 frontside

Auf dem 83 x 48 mm kleinen und 48 Gramm leichten ODROID-U3 Community Edition versieht ein Samsung Exynos 4412 Prime Cortex-A9 Quad-Core Prozessor mit einer Taktfrequenz von 1,7 Ghz und 1 MB L2-Cache seinen Dienst. Der Prozessor kann auf den fest verbauten und nicht erweiterbaren, 2 GB DDR2-Arbeitsspeicher zugreifen. Auf der Platine des ODROID-U3 befinden sich eine (10/100 MBit) Ethernetschnittstelle , drei USB-2.0-Host-Ports, ein Micro-USB-Port und ein Micro-HDMI-Ausgang. An dem HDMI-Ausgang können Ausgabegeräte mit einer maximalen Auflösung von 1920 x 1080 px angeschlossen werden, wobei der Ton des Rechners direkt über HDMI an das Ausgabegerät weitergeleitet wird. Die Platine verfügt über einen Powerbutton und eine UART-Schnittstelle, über die die System-Konsole zugänglich ist.

ODROID-U3 Connectors View

Der ODROID-U3 kann über Micro-SD-Karten sowie eMMC-Module mit einer maximalen Größe von 64 GB erweitert werden. Ich habe mir das 16GB eMMC-Modul mit vorinstalliertem XUbuntu 13.10 dazu bestellt. Dieses Modul ist mit seinen 39$ zwar nicht gerade günstig, jedoch macht sich der vierfache Geschwindigkeitsvorteil im Vergleich zur Micro-SD-Karte doch recht deutlich bemerkbar. Was mir nicht so gut gefällt ist das für den Betrieb des Rechners benötigte 10 Watt Netzteil. Da hätte mir ein USB Anschluss für die Stromversorgung besser gefallen. Zumal sich der Rechner mit gerade einmal 5V / 2A zufrieden gibt. Zur weiteren Ausstattung gehört ein Anschluss für eine Backup-Batterie, die die Echtzeit-Uhr während eines Stromausfalls mit Energie versorgt, einen 3,5 mm-Audioausgang

Auch Elektroniker und Bastler kommen mit dem ODROID-U3 auf ihre Kosten, denn neben den angesprochenen Anschlüssen gibt es noch einen IO-Port (I2C, UART, GPIO).

Als Betriebssysteme können derzeit Android 4.x und Xubuntu 13.10 dazu bestellt werden. Wer sich das Geld jedoch sparen oder später mal sein Betriebssystem wechseln möchte, kann in der Community, auf hardkernel.com, auf die diverse Betriebssystem-Images zugreifen und sich so das Betriebssystem seiner Wahl selbst auf eine Micro-SD oder eMMC-Karte flashen.

Zu dem eigentliche Rechner kann man auf hardkernel.com noch einiges an nützlichem Zubehör dazu bestellen.

Ich habe mir ein ODROID-U3-Case, eine USB-Webcam, eine Backupbatterie, ein eMMC-Modul mit vorinstalliertem Xubuntu Linux 13.10, ein WiFi Modul 3, ein Bluetooth Modul, ein Micro-HDMI Kabel, und ein Netzteil für wenig Geld dazu bestellt. Ja richtig gelesen, das Netzteil ist beim ODROID-U3 nicht automatisch dabei und muss extra dazu bestellt werden.

 

ODROID-U3 Box ODROID-U3 Box Open ODROID-U3 Box Inside ODROID-U3 frontside ODROID-U3 Case ODROID-U3 Case Powerbutton ODROID-U3 Case with ODROID ODROID-U3 Case LANODROID-U3 Case Connectors

 

Nachdem ich den ODROID-U3 ausgepackt und über das dazu bestellte Micro-HDMI-Kabel mit meinem Fernseher verbunden habe, ging es mit der gewohnten ersten Einstellung des Linux Betriebssystems weiter. Ich habe lediglich die Sprachunterstützung und die neusten Updates installiert und einige Programme getestet um die Geschwindigkeit mit meinen anderen Rechnern zu vergleichen. Ich kann nur sagen dass ich wirklich zufrieden mit dem ODROID-U3 bin.

Im nächsten Beitrag werde ich demonstrieren, wie man auf dem ODROID-U3 einen Apache Webserver installiert und konfiguriert, wie man ein SSL-Zertifikat erzeugt, OwnCloud installiert und einrichtet und seine Geräte mit der eigenen Cloud verbinden und seine Daten damit synchronisieren kann.


Raspberry Pi

Über Enrico S.

Programmierer, Webdesigner, Grafiker, Blogger, Screencaster, Arduino- und eMobility Enthusiast. nefilim3006 ist auch bei Google+ vertreten

13 Kommentare zu “ODROID – winzig, günstig, schnell

  1. Hi,
    danke für deinen Bericht. Ich habe das Board auch bestellt. Leider finde ich auf dem EU Markt kein eMMc Modul für das Board.
    Bin gespannt auf den weiteren Bericht.
    Gruß
    Kurt

  2. Hallo!
    Wieder einige sehr gute Artikel – danke! Meine Frage:
    Würdest du heute den ODROID-U3 sofort wieder kaufen oder gibt es in der schnelllebigen schon wieder etwas Besseres?
    LG Walter
    Wien

  3. Hallo Walter, ich würde den Odroid-U3 sofort wieder kaufen da dieser extrem leistungsstark ist und ich im Moment nichts besseres kenne.
    Meine cloud läuft nun seit ein paar Wochen absolut zuverlässig. Einziger Unterschied wäre vielleicht, dass ich das nächste mal gleich eine 64Gb emmc kaufen würde.

  4. Hallo Enrico,
    ich stehe kurz davor, den odroid-u3 zu bestellen, da ich nach einer „Smart-TV“ Lösung für meine Eltern suche. Glücklicherweise bin ich hier auf deinen sehr guten Bericht gestoßen und wollte mal fragen ob du deinen odroiden auch mal mit Android betrieben hast und vielleicht auch Skype eingesetzt hast? Hier würde mich interessieren, ob das „Skypen“ gut funktionierte usw..

    Gruß,
    Sila

    • Ich habe den ODROID nie mit Android benutzt oder getestet. Ich denke aber dass es da absolut keine Probleme geben sollte. Schließlich ist die Hardware die selbe wie beim Samsung Galaxy S3.

  5. Ok, danke für die rasche Antwort, ich denke, dass ich es einfach mal probieren werde ;-)

  6. Kleine Anmerkung zum Netzteil: 2A bei 5V ergibt 10W Leistung – von daher ist das Netzteil also genau richtig dimensioniert, auch wenn der U3 vermutlich eher selten wirklich die vollen 10W braucht.
    Meines Wissens sind USB-Standardkomponenten nicht für soviel Strom ausgelegt (Standard sind 500 mA = 0,5A bei 5V, also max. 2,5W)

    Ich freue mich schon auf den angekündigten nächsten Beitrag, denn ownCloud ist auch bei mir ein Anwendungsfall ;)

  7. Ich habe mir diesen Rechenzwerg auch zugelegt. Dieser sollte mir als Stromsparender Desktopersatz dienen. Dies funktioniert mit Einschränkungen auch recht gut. Allerdings nur mit dem älteren Xubuntu 13.10 .Beim neuen Ubuntu 14.04 gibt es von Hardkernel nur den Lubuntu Desktop…und da kann man meiner Meinung nach ein Ei drüber kloppen. :-(
    Beim 13.10 Xubuntu gibt es wie gesagt einige Einschränkungen die liebgewonnene Programme betrifft….Docky läuft gar nicht…läßt sich zwar installieren, startet aber nicht. Cairo Dock läuft, allerdings nur mit der eigenen Composing Sim. , es gibt kein Wine für ARM…nur mehr als dürftige Notlösungen…somit fallen auch Windoofprogramme flach. Alles in allem gesagt…für kleinere Systeme die nur Standartprogramme beinhalten ist es in Ordnung, für anspruchsvollere Operationen leider nicht…..

    • Nie wäre ich auf die Idee gekommen dass jemand diesen Rechenzwerg als Desktop Ersatz nutzt und dann auch noch Windows-Programme darauf laufen lässt. Ich selber nutze den ODROID als Server und dafür ist er auch unter ubuntu-14.04 lts-server absolut geeignet.

  8. „Was mir nicht so gut gefällt ist das für den Betrieb des Rechners benötigte 10 Watt Netzteil. Da hätte mir ein USB Anschluss für die Stromversorgung besser gefallen.
    Zumal sich der Rechner mit gerade einmal 5V / 2A zufrieden gibt…“
    Tja, aber gerade einmal 5V/2A sind ja gerade einmal 10 Watt