Erfahrungsbericht GOVECS GO! S2.4

Da ich es leid war ständig mehr und mehr Geld in meinen ehemaligen Traumwagen, einen Audi TT 8N zu stecken, entschloss ich mich, Nägel mit Köpfen zu machen und so verkaufte ich diesen und entschied mich nach langer Recherche und vielen Überlegungen dazu, mir einen Roller zuzulegen.

Meine Wahl viel aufgrund der ständig steigenden Spritkosten und den schlechten Erfahrungen, die ich mit meinem Audi machen musste, (hoher Öl und Benzinverbrauch, zu hohe Abgaswerte und deswegen kein TÜV) auf einen Elektroroller. Da ich meinen Audi zu 90% nur für den 15km weiten Weg von zu Hause zur Arbeit genutzt habe schien mir ein Elektroroller eine gute Wahl zu sein. Bei einer Reichweite von 60 – 100km und dem in der Münchner Gegend weit verbreiteten Netz von Stromladesäulen konnte ich von vornherein sicherstellen dass meinem neuen Roller nicht unterwegs der Strom ausgehen würde.

Liste der verfügbaren Stromladesäulen

Zwei Elektroroller, die meinen Vorstellungen entsprachen, habe ich ins Auge gefasst. Ich musste mich also entscheiden zwischen dem NOVAX von der chinesischen Firma emco und dem GO! S2.4 von der Münchner Firma GOVECS. Beide Roller haben eine ungefähre Reichweite von 100km, verfügen über einen leistungsstarken 60Ah Lithium-Ionen Akku und erreichen eine Geschwindigkeit von max. 50km/h, können also mit dem Führerschein Klasse 3 gefahren werden.

Aufgrund der hervorragenden Beratung durch einen Mitarbeiter, der in Frankfurt am Main ansässigen Firma Shokes GmbH und der sehr schnellen Lieferzeit von nur 2 Tagen, entschied ich mich letztendlich für den GOVECS GO! S2.4. Dieser ist zwar um einiges teurer als der emco NOVAX, jedoch habe ich alle Servicepartner in unmittelbarer Umgebung.

Der GOVECS GO! S2.4 verfügt über einen Zahnriemenantrieb der die Kraft des bürstenlosen Motors mit seinen 54Nm extrem kraftvoll und geschmeidig umsetzt, so dass er mit Leichtigkeit Steigungen bis 32,50% meistert. Die Kapazität des Akkus ist mit 3 kWh angegeben. In nur 2 Stunden lässt sich der Akku an jeder normalen Steckdose zu 85% aufladen, Nach 4 Stunden ist der Akku zu 100% geladen. Die Lebensdauer des Akkus ist mit 50.000 km doch recht ansehnlich bemessen. Ob diese Werte jedoch realistisch sind wird sich zeigen.

Am 20.04.2012 wurde mein Elektroroller wie gewünscht per Spedition geliefert. Das Versicherungskennzeichen war bereits montiert und so konnte ich direkt nachdem ich den Roller ausgepackt hatte meine erste kleine Testfahrt unternehmen. Überrascht war ich zunächst von der Kraft mit der dieser kleine Roller, kaum hörbar, mit mir davon brauste. Durch den tiefen Schwerpunkt lässt sich der Roller spielend handeln. Mit einer vorausschauenden Fahrweise kann man die Motorbremse dazu nutzen um Energie zurück in den Akku zu speisen, wodurch man die Reichweite noch weiter steigern kann.

Nachdem ich den Roller nun seit einer Woche nutze und ich in dieser Zeit fast 280km gefahren bin, kann ich sagen, dass ich meine Entscheidung zum Kauf des GOVECS GO! S2.4 absolut nicht bereut habe. Da ich den Roller an einer der vielen, in der Münchner Gegend, kostenlosen Ladesäulen tanke, habe ich für die 280km noch keinen einzigen Cent gezahlt. An den meisten von der SWM zur Verfügung gestellten Stromladesäulen wird ein Preis von 24Cent pro kWh Ökostrom verlangt, was einen Betrag von 72Cent auf 100km ausmacht. Mit dem Audi hätte ich für die selbe Strecke bei einem Preis von 1,70 Euro pro Liter bereits knapp 50 Euro ausgegeben. Da sieht man auch wie schnell sich der Kauf eines Elektrorollers amortisieren kann. In meinem Fall spare ich im Monat um die 150 Euro allein an Benzinkosten. Wenn man dann noch die Kosten für Versicherung, Steuern, Inspektionen usw. dazu rechnet kommt einiges zusammen.

Nachtrag vom 13.06.2014

Ich habe nun bereits 13.000 km mit dem Roller zurückgelegt.
Positiv zu erwähnen dass es nie Probleme mit dem Akku gab und dieser jetzt nach mehr als 2 Jahren noch immer keinerlei Rückgang der Speicherkapazität zeigt.
Ich komme also nach wie vor je nach Temperatur 60 – 100km.

Ich fahre jeden Tag ca 20km einfach zur Arbeit und die 20km wieder zurück nach Hause. Die meiste Zeit bin ich auf Bundesstraßen und in Ortschaften unterwegs und ich muss sagen, dass ich mit dem Roller weniger Zeit benötige als zuvor mit dem Auto da ich an jedem Stau vorbei fahren kann. Durch die sofort zur Verfügung stehende Leistung bin ich selbst an Ampeln längst über die Kreuzung bevor das erste Auto mal los fährt.

Fazit: Der Kauf eines Elektrorollers hat sich durchaus gelohnt und ich habe nach wie vor viel Spaß an dieser Investition.

Nachtrag vom 28.09.2016

Jetzt etwas mehr als zwei Jahre nach meinem letzten Nachtrag hat mein Roller die 27.000 km auf dem Buckel. Seither gab es einige Probleme die aber wiederum weder den Akku noch den Motor betrafen. Mir ist einige Male der Zahriemen gerissen, der Haltebolzen der hinteren Trommelbremse ist abgerissen und wurde geschweißt und auch die Federgabel vorn wurde getauscht.

Ich fahre bei jeder Jahreszeit mit dem Roller und bin bis jetzt absolut von der eMobility überzeugt.

Über Enrico S.

Programmierer, Webdesigner, Grafiker, Blogger, Screencaster, Arduino- und eMobility Enthusiast.

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